Uranmine am heiligen Mount Taylor geplant

Das erste Mal seit über 30 Jahren öffnet der US-Bundesstaat New Mexico die Türen für den Abbau von Uran. Obwohl die dortigen Einwohner durch die Rückstände des Uranabbaus vergangener Zeiten teilweise noch immer schwer belastet sind, hat man sich aus wirtschaftlichen Gründen zu diesem Schritt entschlossen. Nach wie vor sind viele Minen nicht ausreichend geschützt und die Abfälle nicht ordnungsgemäß entsorgt.

New Mexico hat der kanadischen Gesellschaft Strathmore Minerals und dem japanischen Unternehmen Sumitomo die Genehmigung erteilt, die Roca Honda Mine nördlich der Stadt Grants zu betreiben. In unmittelbarer Nähe der geplanten Mine befindet sich der Mount Taylor.

Mount Taylor ist für viele der hier lebenden Indianer ein spirituell bedeutender Berg. Nach ihrer Meinung muss dieser Ort unbedingt geschützt werden, damit sie ihre Zeremonien auch weiterhin ungestört abhalten können. Der Berg spielt eine zentrale Rolle bei der Religionsausübung der Indianer und es steht zu befürchten, dass durch geplante Bergbauaktivitäten dies nicht mehr möglich sein könnte.

Mount Taylor, New Mexico. Foto: Navajo Times

Genau aus diesem Grund müssen historische und kulturelle Auswirkungen untersucht werden, so wie es der National Historic Preservation Act ja auch vorsieht. Weiterhin ist bisher keine angemessene Studie darüber erstellt worden, wie sich die bisherigen Uranabbauaktivitäten in New Mexico auf die Lebensbedingungen der Menschen auswirken, die mit der Kontamination leben müssen. New Mexico ist Standort von hunderten von verlassenen Uranminen, die meisten befinden sich auf der Navajo-Reservation. Viele von ihnen sind nicht ausreichend gesichert, so dass nach wie vor das Grundwasser vergiftet und Radongas freigesetzt wird, was enorme gesundheitliche Probleme für die umliegenden Gemeinden verursacht.

Familien, die in der Nähe von aufgegebenen Uranminen leben, leiden unter einer höheren Krebsrate und überdurchschnittlich hohen gesundheitlichen Probleme. Diese Auffälligkeiten wurden bisher von den staatlichen Behörden ignoriert. Eine weitere Tatsache wäre, dass für den Betrieb der Roca Honda Mine Millionen Liter Wasser benötigt würden. Dieses Wasser müsste dem Grundwasser entnommen werden, welches die umliegenden Gemeinden dringend benötigen. Auch ist zu befürchten, dass der Betrieb der Mine das Wasser kontaminieren könnte.

Nach Ansicht der Indianer ist der Mount Taylor als Traditional Cultural Property (TCP) anzusehen. Vertreter der Firma Strathmore hingegen sind der Ansicht, dass Bestimmungen des TCP lediglich dazu dienen, den Uranabbau zu verhindern. Im Gegensatz dazu geht eine Umweltverträglichkeitsstudie jedoch davon aus, dass die spirituelle Bedeutung des Berges und die damit einhergehende Verbundenheit der Indianer mit ihm durch die Uranaktivitäten stark beeinträchtigt werden und es eine dauerhafte Beeinträchtigung darstellen würde.

Darüber hinaus schützt der Religious Freedom Restoration Act bedeutende heilige und religiöse Stätten. Damit hat sich die Regierung verpflichtet, dafür zu sorgen, dass die freie Religionsausübung nicht beeinträchtigt wird.