Die Hopi

Das Wort Hopi bedeutet Friede. Hopi ist nicht nur ein Stammesname, sondern eine Verhaltensweise: sanft, friedfertig, demütig.Die Hopi verstehen sich als eine unabhängige und souveräne Nation, die nie einen Vertrag mit einer Regierung der USA unterzeichnet hat. In Europa ist dieses Volk durch die Veröffentlichung seiner Prophezeiungen bekannt geworden.

Nach den religiösen Hopi-Überlieferungen wird es sieben Welten geben. Wir leben jetzt in der vierten Welt. Die drei vorangegangenen Welten wurden zerstört durch die Hab- und Machtgier der Menschen. Nach 80.000 Jahren währender Wanderungen – Zeugnisse dafür gibt es überall in den USA, ließen sich die Hopi vor ca. 1.100 Jahren in Arizona nieder. Sie leben heute in Dörfern im Gebiet der drei Mesas zwischen den Flüssen Colorado, Little Colorado und Rio Grande. Alt-Oraibi ist der älteste dauerhaft bewohnte Ort Amerikas.

Die kastenförmigen Häuser bestehen aus Steinen und Lehm. Sie sind oft übereinander geschachtelt gebaut. Die Hopi sind matrilinear organisiert. Es gibt etwa 30 Clane und etwa 12 Zeremonialgesellschaften. Die Zeremonien dienen vor allem der Fruchtbarkeit und dem Regen. Sie werden in Kivas (halbunterirdisch gelegene Räume) abgehalten. Die anschließenden Tänze sind der Abschluß der geheimen Zeremonie.

Die Hopi-Frauen stellen Töpferwaren und Flechtarbeiten her. Hopi-Männer weben, stellen Silberschmuck her und schnitzen Kachina-Figuren. Kachinas sind die hilfreichen Geistwesen der Hopi. Sie sind sehr wichtig bei Zeremonien und Tänzen.Das Hauptnahrungsmittel der Hopi ist der Mais. Ihre Felder liegen in den Tälern unterhalb der Mesas, damit die Wurzeln der Pflanzen das rare Grundwasser erreichen können.

Die traditionelle Leitung der Dörfer liegt in den Händen der verschiedenen Anführer der Clane und der Zeremonialbünde unter dem Vorsitz des Dorfoberhauptes.1882 wurde das Hopi-Reservat errichtet. Das Gemeinschaftsland wurde einzelnen Familien übertragen. Das überschüssige Land wurde dem Navajo-Reservat zugeteilt. Weiße Siedler hatten kein Interesse an diesem nach ihrer Meinung unfruchtbaren Land.

Die allgemeine Schulpflicht wurde eingeführt. Die Hopi-Kinder wurden gezwungen in Internaten zu leben. Dort wurden sie “christlich-amerikanisch” erzogen, um sie ihrer Sprache und Kultur zu entfremden.1934 wurde vom Bureau for Indian Affairs ein Tribal Council (Stammesrat) eingesetzt, um die Macht der traditionellen Führerschaft zu unterlaufen. Über 70 % der Hopi nahmen an der Wahl des Stammesrats nicht teil. Die Spaltung der Hopi in »Fortschrittliche« und Traditionsbewußte nahm seinen Anfang. Der Stammesrat wird von den Traditionsbewußten nicht anerkannt. Die traditionellen Hopi in Hotevilla wehren sich seit Jahren gegen den vom Stammesrat beschlossenen Bau von Wasserleitungen und Kanalisation im Dorf.

Der Streit zwischen traditionellen und "fortschrittlichen" Hopi hält bis heute an. Gerade 1994 wurde mit Hilfe des U.S. Health Service ein heiliger Aschehügel (Asche aus Gebeten und Zeremonien) ohne Wissen und Einverständnis der Traditionellen aus Hotevilla abtransportiert.Die Entdeckung von Bodenschätzen im Reservat verlangte nach Klärung der rechtlichen Verhältnisse. Der von Mormonen beherrschte Stammesrat erteilte 1964 mit Hilfe seines Anwalts J.Boyden Abbaulizenzen an Kerr McGee Oil Industry, Aztec Oil & Gas Company. Boyden war zugleich Repräsentant von Aztec Oil & Gas und Peabody Coal, die Bohr-und Erforschungsrechte auf Black Mesa erhielten.Auf Black Mesa wurden Tiefbrunnen gebohrt, um die im Tagebau geschürfte Kohle in pulverisierter und flüssiger Form durch Rohrleitungen zum Kraftwerk zu pumpen.

Der Entzug riesiger Wassermengen unter Black Mesa zerstört das Gleichgewicht dieser Region. Der Grundwasserspiegel ist gesunken. Es sind schon natürliche Wasserquellen ausgetrocknet. Die jahrtausende alte Pflanzkultur ist vom Untergang bedroht. Die traditionellen Hopi und Diné (Navajo) protestieren gegen die Ausbeutung und Zerstörung ihres heiligen Landes. Sie protestieren gegen die geplanten Zwangsumsiedelungen von tausenden von Diné-Familien nach dem Landstreit zwischen den Stammesräten der Navajo und Hopi. Der Landstreit dient dem Stammesrat als Vorwand, um nach der Zwangsumsiedlung der Diné auch dort Lizenzen für den Abbau der in diesem Gebiet vorhandenen Kohlevorkommen zu vergeben.